Kurzer Dresscode für Weihnachten
Allüberall auf den Tannenspitzen sah ich goldene Lichtlein blitzen... Weihnachtlicher Glanz hat Besitz von unseren Innenstädten genommen. Aus den Lautsprechern dudeln Choräle und Weihnachtslieder, es riecht nach Glühwein und Zimtplätzchen. Diese Zeit der Besinnlichkeit wird jedoch für den ein oder anderen schnell zum Dauerstress. Denn einige besondere Gelegenheiten wollen überstanden sein ? auch kleidungstechnisch. Wer sich etwa zu einer Betriebsweihnachtsfeier als Weihnachtsmann verkleidet, sollte besser wirklich zum Geschenke verteilen dort sein. Weihnachtsmann-Mützen wirken leicht lächerlich, wenn Sie nicht der Weihnachtsmann sind. Falls doch, sind Sie ohnehin jedem Dresscode enthoben und mit langem roten Mantel stets passend gekleidet.
Bleiben Sie ansonsten bei dem gleichen Outfit, das Sie auch zur Arbeit anziehen würden, vielleicht eine Spur festlicher. Ein dezentes Business-Hemd und eine Stoffhose passen meist schon ganz gut, wenn Sie sonst in der Firma eher lässig gekleidet sind. Tragen Sie eher Anzug, so ist der auch auf der Weihnachtsfeier angebracht. Bei der Krawatte haben Sie etwas mehr Freiheit als sonst. Vielleicht versuchen Sie mal ein elegantes Allover-Motiv? Wenn die Weihnachtsfeier direkt nach der Arbeit stattfindet, erübrigt sich das Problem ohnehin.
Wollen Sie unbedingt Weihnachtsstimmung verbreiten, können Sie sich ja einen Weihnachtsmann ans Revers heften. Vielleicht kommen Sie sogar ausnahmsweise mit der Motivkrawatte mit Rentieren durch...
Zu Weihnachten entdeckt mancher seine christlichen Wurzeln wieder und findet sich auf einmal unverhoffter Weise in einer Kirche wieder. Während es hier inzwischen glücklicherweise keinen starren Dresscode mehr gibt, sollten Sie beim Outfit eher auf der konservativen Seite bleiben. Gedeckte Farben sind perfekt. Eine Krawatte wird niemand verlangen, aber binden Sie sich ruhig eine um. Sie werden sich gleich ein wenig festlicher fühlen. Greifen Sie zu einem dezenten Modell mit Streifen oder Tupfen, vielleicht auch Paisleys, aber nicht zu Weihnachtsmann-Motiven. Nehmen Sie in jedem Fall eine Jacke mit. Auch wenn Sie mit dem Auto anreisen, Kirchen haben im Winter selten mehr als 15, 16 Grad Innentemperatur. Ach ja: Nehmen Sie drinnen die Mütze ab. Das gehört sich eigentlich ohnehin in Innenräumen.
Vermeiden sollten Sie nur kurze Ärmel und kurze Hosen, aber wenn Sie zu Heiligabend in die Versuchung kommen, gehören Sie wahrscheinlich ohnehin zu den Individualisten, denen Dresscode-Empfehlungen relativ egal sind.
Auf dem Weihnachtsmarkt gilt hingegen: viel hilft viel. Hemd, Pullover, dicke Socken, dicke Jacke,am besten noch Wollmütze und Fingerhandschuhe (Ja, Fäustlinge sind wärmer, aber versuchen Sie mal, damit einen Glühwein zu trinken). Jede zusätzliche Lage Stoff hilft. Denn Sie werden sich mehrere Stunden im Freien aufhalten und wollen eins bestimmt nicht: Frieren. Vielleicht greifen Sie sogar ausnahmsweise mal zu Stilkiller Nummer 1: langer Unterwäsche. Die Optik ist hier zweitrangig. Vermeiden Sie weiße oder schwer zu reinigende Kleidung. Glühwein kippt auch mit Fingerhandschuhen gerne mal aus, und auch Bratwürste müssen überall ihren Senf dazugeben (ja, stimmt schon, das Wortspiel war etwas lahm).
Und nun? Der Baum ist geschmückt, der Weihnachtsbraten wartet, und das Wohnzimmer sitzt voller Verwandtschaft? Hier dürfen Sie strahlen. Schließlich haben Sie mit dem Weihnachtsbaum eine funkelnde Konkurrenz. Auch hier gilt: es wird Ihnen zwar niemand Noten für Ihr Outfit verpassen, aber je festlicher Sie sich kleiden, desto festlicher wird die Stimmung. Vielleicht muss es nicht unbedingt der dunkle Anzug sein, aber eine festliche Krawatte ist sicherlich nicht ganz verkehrt.
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