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Die größten Irrtümer der Herrenmode

Man kann jedem Modetrend hinterherlaufen. Oder man kann versuchen, eine klassische Eleganz zu erzielen, die so zeitlos ist, dass sie auch nach Jahrzehnten immer noch eine gute Figur macht. Dazu gehören vor allem klassische Schnitte, zurückhaltende Details und unauffällige Farbtöne. Und während sich über manche Dinge nicht einmal streiten lässt, sind sich die meisten Ratgeber, Bücher und Webseiten, die sich mit dem Thema Permanent Fashion befassen, bei vielem bemerkenswert einig, was auf den zweiten Blick nicht unbedingt einer näheren Überprüfung standhält.

  

Hosenträger

Da ist zum Beispiel der Mythos von der Überlegenheit des Hosenträgers. Der Gürtel sei doch eigentlich eine Fehlkonstruktion, heißt es oft, und nur eine Hose, die quasi von den Schultern hängt, könne richtig sitzen. Leider lässt diese Verallgemeinerung gerade den Faktor außer Acht, der hier die Hauptrolle spielt: den Schnitt der Hose.

  

Hosen, die nach altem britischen Schnitt (angeblich dem einzig wahren) auf Taillenhöhe hängen, werden mit Hosenträgern optimal fixiert. Man kann sie sogar ein wenig weiter und somit bequemer wählen, ohne damit ungepflegt zu wirken. Wahrscheinlich ist das der Grund, warum Hosenträger auch gerne bei etwas größerem Bauchumfang empfohlen werden.

  

Nur: weit mehr als drei Viertel aller heute verkauften Herrenhosen enden nicht in der Taille, sondern sitzen knapp oberhalb der Hüfte. In diesem Fall sind die Hosenträger eine mittlere Katastrophe. Denn sobald auch nur ein Hauch von Bauchansatz vorhanden ist (und seine wir mal ehrlich: welcher Mann hat den nicht?), wird er Hosenträger sich seitlich daran vorbei schlängeln und damit die kleinste Hebung wie eine Kugel wirken lassen.

  

Hosenträger

  

Bundfalten

Auch hat sich allgemein die Anschauung durchgesetzt, eine Hose habe Bundfalten zu haben. Kann man machen. Aber warum eigentlich? Während britische Anzüge auch hier wieder den Standard setzen, stehen den meisten Menschen Modelle ohne diese Verzierung besser. Sie haben eine flachen Bauch? Wunderbar. Zeigen Sie das. Sie sind etwas rundlicher? Gerade dann geben Ihnen Bundfalten noch mehr Volumen in der Körpermitte. Das mag nicht auffallen, solange Sie ein Jackett mit korrekt sitzender Krawatte und zierlich hellblauem Hemd dazu tragen. Aber spätestens im Casual-Bereich gilt uneingeschränkt der Legende gewordene Warn-Satz der amerikanischen Modeikone Carson Kressley: „ Boys, PLEASE stay away from pleated Khakis!“.

  

Schuhe

Ebenso nur auf den ersten Blick unumstritten scheint die Wahl der richtigen Schuhe zum Anzug zu sein. Natürlich schwarze Oxfords, was sonst. Wasserpoliert natürlich. Nur dumm, wenn der Anzug dunkelblau ist. Muss man dann die sich dezent beißenden Farbtöne eben in Kauf nehmen? Nur, wenn man sich sklavisch an den Wortlaut von Moderegeln hält. Rotbraune Brogues zum Navy-Anzug? Passen optisch eindeutig besser. Wer das immer noch zu konservativ findet, kann zu Boots greifen, gerne mit etwas Absatz. Wie? Das ist nicht traditionell? Stimmt Sieht aber gut aus.

  

Dreiteiliger Anzug

Ein dreiteiliger Anzug, so ist es überall zu lesen, wirkt förmlicher als ein Zweiteiler. Stimmt. Solange Sie nicht den Fehler machen, das Jackett offenzulassen. Bei einer Schaufensterpuppe macht das Sinn. Schließlich soll der potentielle Käufer ja die Weste sehen. Es sieht aber einfach nicht aus. Die Weste soll Ihre Reverslinie nach oben verlegen. Und nicht zu Ihrer Gürtelschnalle.

  

Einstecktücher

Auch wenn es um Krawatten und Einstecktuch geht, lauern diverse Fettnäpfchen. Und so mancher greift da sicherheitshalber zu alten Halbwahrheiten. Es hält sich zum Beispiel hartnäckig das Gerücht, dass das Einstecktuch die gleiche Farbe haben solle wie das Hemd. Nun, solange das Hemd weiß ist, kann man damit nicht viel falsch machen. Und zu einem Hemd in écru sieht es oft ebenfalls besser aus, den Kontrast durch ein entsprechendes Tuch zu entschärfen. Hellblau? Rosa? Warum sollte man sich hier nun die Möglichkeit nehmen, ein wenig Farbe zu bekennen? Kenner kombinieren gewagter. Vermeiden Sie Sets mit Krawatte und Tuch in identischem Muster. Aber wenn Sie etwa die Musterfarbe Ihrer gestreiften Krawatte mit der Grundfarbe eines Tuchs mit Paisleydekor abstimmen, sammeln Sie Stilpunkte.

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